Nachschlagewerk · FISI-Prüfungsvorbereitung
FISI-Rechenhilfe und Formelsammlung
Formeln nicht nur abschreiben, sondern Einheiten, Voraussetzungen und typische Fehler verstehen.
Schülerprojekt – keine offizielle Unterlage der DAA oder einer IHK. Aufgabenstellung und zugelassene Hilfsmittel sind im Zweifel maßgeblich.
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Gegenüber der Arbeitsgrundlage berichtigt
Wichtige Präzisierungen
- ASCII ist ein 7-Bit-Zeichensatz. Ein ASCII-Zeichen wird in üblichen Systemen in einem Byte gespeichert; UTF-8 benötigt je nach Zeichen ein bis vier Byte.
- Die IPv4-Formel 2^h - 2 gilt für klassische Subnetze mit Netz- und Broadcastadresse. /31 auf Punkt-zu-Punkt-Verbindungen und /32 sind gesonderte Fälle.
- RAID 10 garantiert bei gespiegelten Paaren den Ausfall einer beliebigen Platte; mehrere Ausfälle sind nur dann überlebbar, wenn nie beide Platten desselben Spiegelpaars ausfallen.
- Das Archivbit ist kein allgemeines Merkmal moderner Sicherungsprogramme. Voll-, inkrementelle und differentielle Sicherungen werden deshalb inhaltlich statt über ein bestimmtes Betriebssystembit erklärt.
- Signalausbreitung ist medienabhängig. 200.000 km/s ist eine brauchbare Näherung, aber kein für jedes Kupfer- oder Glasfaserkabel fester Wert.
- Formeln für Wechsel- und Drehstrom gelten nur unter den jeweils genannten Bedingungen, etwa sinusförmige Größen und symmetrische Belastung.
Mathematische Grundlagen
Prozentrechnung, Dreisatz und Mittelwerte sicher anwenden.
Prozentwert
W = G × p / 100
- Variablen
- W = Prozentwert, G = Grundwert, p = Prozentsatz
- Beispiel
- 15 % von 800 €: W = 800 × 15 / 100 = 120 €.
Hinweis: Alle Größen müssen sich auf denselben Grundwert beziehen.
Prozentsatz
p = W / G × 100
- Variablen
- p in Prozent, W = Anteil, G = Grundwert
- Beispiel
- 120 von 800: p = 120 / 800 × 100 = 15 %.
Grundwert
G = W × 100 / p
- Variablen
- G = Gesamtwert, W = Prozentwert, p = Prozentsatz
- Beispiel
- 120 € entsprechen 15 %: G = 120 × 100 / 15 = 800 €.
Im-Hundert-Rechnung
Ausgangswert = Restwert / (1 - Abzugssatz)
- Variablen
- Abzugssatz als Dezimalzahl, z. B. 2 % = 0,02
- Beispiel
- Barverkaufspreis 980 € nach 2 % Skonto: Zielverkaufspreis = 980 / 0,98 = 1.000 €.
Stolperfalle: Nicht einfach 2 % auf 980 € aufschlagen: Die Bezugsbasis wäre falsch.
Proportionaler und antiproportionaler Dreisatz
proportional: y₂ = y₁ × x₂ / x₁ | antiproportional: y₂ = y₁ × x₁ / x₂
- Variablen
- Proportional: mehr führt zu mehr. Antiproportional: mehr führt zu weniger.
- Beispiel
- 4 Techniker benötigen 6 h; idealisiert benötigen 6 Techniker 4 h: 6 × 4 / 6 = 4 h.
Stolperfalle: Antiproportionalität gilt nur, wenn die Arbeit tatsächlich gleichmäßig teilbar ist.
Wirtschaftlichkeit und Kalkulation
Kosten, Preise, Deckungsbeitrag und Investitionen beurteilen.
Deckungsbeitrag
DB je Stück = Verkaufspreis - variable Kosten
- Variablen
- DB = Beitrag zur Deckung der Fixkosten
- Beispiel
- 120 € Verkaufspreis - 70 € variable Kosten = 50 € DB.
Break-even-Menge
x_BE = Fixkosten / DB je Stück
- Variablen
- Ergebnis auf eine real verkaufbare ganze Einheit aufrunden
- Beispiel
- 10.000 € / 50 € = 200 Stück.
Stolperfalle: Ist das Ergebnis nicht ganzzahlig, liegt der erste Gewinn erst bei der nächsten ganzen Einheit vor.
Return on Investment
ROI = Gewinn / eingesetztes Kapital × 100 %
- Variablen
- Gewinn und Kapital müssen denselben Betrachtungszeitraum haben
- Beispiel
- 12.000 € Gewinn bei 80.000 € Kapital: ROI = 15 %.
Statische Amortisationsdauer
t_A = Investition / jährlicher Rückfluss
- Variablen
- jährlicher Rückfluss häufig = Gewinn + kalkulatorische Abschreibung
- Beispiel
- 60.000 € / 15.000 € pro Jahr = 4 Jahre.
Stolperfalle: Nur sinnvoll, wenn die Rückflüsse näherungsweise konstant sind.
Lineare Abschreibung
AfA pro Jahr = (Anschaffungswert - Restwert) / Nutzungsdauer
- Variablen
- Nutzungsdauer in Jahren
- Beispiel
- 12.000 € ohne Restwert über 4 Jahre: 3.000 € pro Jahr.
Bezugskalkulation
Bezugspreis = Listeneinkaufspreis - Rabatt - Skonto + Bezugskosten
- Variablen
- Rabatt und Skonto jeweils von ihrer korrekten Bezugsbasis berechnen
- Beispiel
- Die Zwischensummen nacheinander bilden; Prozentabzüge nicht zusammenaddieren.
Verkaufskalkulation
Selbstkosten + Gewinn = Barverkaufspreis; Barpreis / (1 - Skonto) = Zielpreis; Zielpreis / (1 - Rabatt) = Listenpreis netto
- Variablen
- Skonto- und Rabattsätze als Dezimalzahlen
- Beispiel
- Bei 2 % Skonto wird durch 0,98 geteilt; bei 10 % Rabatt anschließend durch 0,90.
Total Cost of Ownership
TCO = Anschaffung + Einführung + Betrieb + Wartung + Energie + Schulung + Entsorgung
- Variablen
- Alle Kosten auf denselben Zeitraum beziehen
- Beispiel
- Bei Alternativen nicht nur den Kaufpreis, sondern den gesamten Lebenszyklus vergleichen.
Zahlensysteme und Codierung
Binär, dezimal und hexadezimal ohne Begriffsfehler umrechnen.
Stellenwertsystem
Wert = Σ(Zifferᵢ × Basisⁱ)
- Variablen
- i beginnt rechts bei 0
- Beispiel
- 1011₂ = 1×2³ + 0×2² + 1×2¹ + 1×2⁰ = 11₁₀.
Darstellbare Kombinationen
Anzahl = 2ⁿ
- Variablen
- n = Anzahl der Bits
- Beispiel
- 8 Bit ergeben 256 Kombinationen.
Wertebereich ohne Vorzeichen
0 bis 2ⁿ - 1
- Variablen
- n = Bitbreite
- Beispiel
- 8 Bit unsigned: 0 bis 255.
Zweierkomplement
-2ⁿ⁻¹ bis 2ⁿ⁻¹ - 1
- Variablen
- n = Bitbreite eines vorzeichenbehafteten Ganzzahltyps
- Beispiel
- 8 Bit signed: -128 bis +127.
ASCII und UTF-8
ASCII: 7 Bit Codeumfang; UTF-8: 1 bis 4 Byte je Unicode-Codepunkt
- Variablen
- Tatsächlicher Speicherbedarf hängt von Codierung und Zeichen ab
- Beispiel
- Englische ASCII-Zeichen belegen in UTF-8 je 1 Byte; viele andere Zeichen benötigen mehr.
Stolperfalle: Nicht pauschal jedes Textzeichen mit genau einem Byte ansetzen.
Speicher, RAID und Datensicherung
Kapazitäten korrekt umrechnen und Redundanz realistisch bewerten.
Dezimale und binäre Einheiten
1 kB = 10³ B; 1 MB = 10⁶ B; 1 KiB = 2¹⁰ B; 1 MiB = 2²⁰ B
- Variablen
- Herstellerkapazität meist dezimal, Betriebssystemanzeige teils binär
- Beispiel
- 1 TB = 1.000.000.000.000 B ≈ 0,909 TiB.
RAID 0
Nutzkapazität = n × c
- Variablen
- n = Plattenanzahl, c = Kapazität der kleinsten Platte
- Beispiel
- 4 × 2 TB = 8 TB nutzbar; keine Redundanz.
Stolperfalle: RAID 0 ist keine Datensicherung.
RAID 1
Nutzkapazität eines n-fachen Spiegels = c
- Variablen
- Alle Mitglieder enthalten denselben Datenbestand
- Beispiel
- 2 × 4 TB gespiegelt = 4 TB nutzbar; eine Platte darf ausfallen.
RAID 5 und RAID 6
RAID 5: (n - 1) × c | RAID 6: (n - 2) × c
- Variablen
- Mindestanzahl: RAID 5 drei, RAID 6 vier Platten
- Beispiel
- 6 × 4 TB in RAID 6 = 16 TB nutzbar; zwei Platten dürfen ausfallen.
RAID 10
Nutzkapazität = n / 2 × c
- Variablen
- Üblicherweise gerade Plattenanzahl und gespiegelte Paare
- Beispiel
- 6 × 2 TB = 6 TB nutzbar.
Stolperfalle: Garantiert ist der Ausfall einer beliebigen Platte. Weitere Ausfälle sind nur tolerierbar, wenn kein Spiegelpaar vollständig verloren geht.
Sicherungsvolumen abschätzen
Volumen ≈ Vollsicherungen × Vollvolumen + Änderungen × Änderungsvolumen
- Variablen
- Kompression, Deduplizierung, Aufbewahrung und Wachstum separat berücksichtigen
- Beispiel
- 1 Vollbackup à 2 TB plus 6 tägliche Änderungen à 100 GB ≈ 2,6 TB vor Reserve.
Stolperfalle: Voll, inkrementell und differentiell beschreiben die Datenbasis; ein Archivbit ist nicht zwingend beteiligt.
Datenübertragung und Leistung
Datenmenge, Durchsatz, Effizienz und Laufzeit zusammenführen.
Übertragungszeit
t = Datenmenge in Bit / Nettodatenrate in bit/s
- Variablen
- Byte vor der Division mit 8 in Bit umrechnen
- Beispiel
- 1 GiB über netto 100 Mbit/s: 1.073.741.824 × 8 / 100.000.000 ≈ 85,9 s.
Netto- und Bruttodatenrate
Netto = Brutto × Nutzdatenanteil
- Variablen
- Nutzdatenanteil = 1 - Overheadanteil
- Beispiel
- 1 Gbit/s brutto bei 90 % Nutzdatenanteil = 900 Mbit/s netto.
Übertragungseffizienz
η = Nutzdaten / Gesamtdaten × 100 %
- Variablen
- Gesamtdaten umfassen alle berücksichtigten Header und Zusatzdaten
- Beispiel
- 1.400 Byte Nutzlast in 1.438 Byte betrachteter Rahmengröße: η ≈ 97,36 %.
Signallaufzeit
t_prop = Entfernung / Ausbreitungsgeschwindigkeit
- Variablen
- Geschwindigkeit ist medienabhängig; als Näherung oft etwa 2 × 10⁸ m/s
- Beispiel
- 1.000 km bei 2 × 10⁸ m/s: etwa 5 ms je Richtung.
Stolperfalle: Routing, Verarbeitung, Warteschlangen und Rückweg kommen zusätzlich hinzu.
Bandbreiten-Laufzeit-Produkt
BDP = Datenrate × Round-Trip Time
- Variablen
- Einheiten konsistent halten; Ergebnis ist Datenmenge in Bit oder Byte
- Beispiel
- 100 Mbit/s × 0,04 s = 4 Mbit = 500 kB Daten gleichzeitig auf dem Weg.
IPv4, CIDR und Subnetting
Netz-, Host- und Präfixgrößen einschließlich Sonderfällen berechnen.
Hostbits
h = 32 - Präfixlänge
- Variablen
- IPv4-Adressen besitzen insgesamt 32 Bit
- Beispiel
- /26: h = 32 - 26 = 6 Hostbits.
Adressen je Subnetz
Adressen = 2ʰ
- Variablen
- h = Hostbits
- Beispiel
- /26: 2⁶ = 64 Adressen insgesamt.
Nutzbare Hosts im klassischen Subnetz
Hosts = 2ʰ - 2
- Variablen
- Abzug für Netz- und Broadcastadresse
- Beispiel
- /26: 64 - 2 = 62 nutzbare Hosts.
Stolperfalle: Nicht für /31-Punkt-zu-Punkt-Netze und /32-Hostrouten verwenden.
Sonderfälle /31 und /32
/31 Punkt-zu-Punkt: 2 Endpunkte | /32: genau 1 Adresse
- Variablen
- Bei /31 nach RFC 3021 werden beide Adressen als Endpunkte verwendet
- Beispiel
- 192.0.2.0/31 umfasst die Endpunkte 192.0.2.0 und 192.0.2.1.
Präfix für benötigte Hosts
h = ⌈log₂(benötigte Hosts + 2)⌉; Präfix = 32 - h
- Variablen
- Für klassische Subnetze; immer auf ganze Hostbits aufrunden
- Beispiel
- 50 Hosts: h = 6, daher /26 mit 62 nutzbaren Hosts.
Anzahl gleich großer Teilnetze
Teilnetze = 2^(neuer Präfix - alter Präfix)
- Variablen
- Der neue Präfix ist länger
- Beispiel
- /24 in /27 aufteilen: 2³ = 8 Teilnetze.
Blockgröße und Wildcard
Blockgröße im interessierenden Oktett = 256 - Maskenwert | Wildcard = 255.255.255.255 - Subnetzmaske
- Variablen
- Oktettweise rechnen
- Beispiel
- /27: Maske 255.255.255.224, Blockgröße 32, Wildcard 0.0.0.31.
IPv6 und Präfixplanung
128-Bit-Adressen und /64-Teilnetze richtig dimensionieren.
IPv6-Adressraum eines Präfixes
Adressen = 2^(128 - Präfixlänge)
- Variablen
- IPv6 besitzt 128 Bit; die Zahl ist meist nur theoretisch relevant
- Beispiel
- /64 enthält 2⁶⁴ Adressen.
Anzahl der /64-Subnetze
Subnetze = 2^(64 - Zuteilungspräfix)
- Variablen
- Gilt beim Aufteilen einer Zuteilung in /64-Netze
- Beispiel
- /56 nach /64: 2⁸ = 256 Subnetze.
IPv6-Kurzschreibweise
Führende Nullen je Hextett entfernen; genau eine längste Nullfolge mit :: kürzen
- Variablen
- Ein Hextett umfasst 16 Bit beziehungsweise vier Hexziffern
- Beispiel
- 2001:0db8:0000:0000:0000:0000:0000:0010 → 2001:db8::10.
Stolperfalle: :: darf innerhalb einer Adresse nur einmal verwendet werden.
Elektrotechnik, Energie und USV
Leistung, Energie, Leistungsfaktor und Betriebskosten berechnen.
Ohmsches Gesetz
U = R × I | I = U / R | R = U / I
- Variablen
- U in Volt, R in Ohm, I in Ampere
- Beispiel
- 12 V / 6 Ω = 2 A.
Elektrische Wirkleistung
P = U × I
- Variablen
- Für Gleichstrom und rein ohmsche Verbraucher; P in Watt
- Beispiel
- 230 V × 2 A = 460 W.
Energieverbrauch
E = P × t
- Variablen
- P in kW und t in h ergibt E in kWh
- Beispiel
- 0,5 kW × 24 h = 12 kWh.
Energiekosten
Kosten = Leistung in kW × Betriebsstunden × Preis je kWh
- Variablen
- Für Jahreswerte die tatsächlichen Betriebsstunden verwenden
- Beispiel
- 0,4 kW × 8.760 h × 0,30 €/kWh = 1.051,20 € pro Jahr.
Schein-, Wirk- und Blindleistung
S = U × I | P = S × cos φ | Q = √(S² - P²)
- Variablen
- S in VA, P in W, Q in var; sinusförmiger Einphasenwechselstrom
- Beispiel
- S = 1.000 VA und cos φ = 0,8 ergeben P = 800 W.
Drehstrom-Wirkleistung
P = √3 × U_L × I_L × cos φ
- Variablen
- Für symmetrische dreiphasige Belastung; Leitergrößen verwenden
- Beispiel
- 400 V × 10 A × 1,732 × 0,9 ≈ 6,24 kW.
Vereinfachte USV-Laufzeit
t ≈ Batterieenergie in Wh × Wirkungsgrad / Last in W
- Variablen
- Batterieenergie näherungsweise Spannung × Ah; reale Kennlinie beachten
- Beispiel
- 480 Wh × 0,85 / 300 W ≈ 1,36 h theoretisch.
Stolperfalle: Herstellerkurven sind genauer, weil Entladestrom, Alter und Temperatur die Laufzeit beeinflussen.
Power Usage Effectiveness
PUE = Gesamtenergie Rechenzentrum / Energie der IT-Systeme
- Variablen
- PUE ist dimensionslos und mindestens 1
- Beispiel
- 150 kW gesamt / 100 kW IT = PUE 1,5.
Verfügbarkeit, SLA und Wiederanlauf
Ausfallzeiten und Redundanz mit klaren Annahmen bewerten.
Technische Verfügbarkeit
A = MTBF / (MTBF + MTTR) × 100 %
- Variablen
- MTBF = mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen, MTTR = mittlere Reparaturdauer
- Beispiel
- MTBF 1.000 h, MTTR 2 h: A ≈ 99,800 %.
Zulässige Ausfallzeit
Ausfallzeit = Betrachtungszeit × (1 - A)
- Variablen
- A als Dezimalzahl, z. B. 99,9 % = 0,999
- Beispiel
- 99,9 % im 365-Tage-Jahr: 8.760 h × 0,001 = 8,76 h.
Verfügbarkeit einer Reihenschaltung
A_gesamt = A₁ × A₂ × … × Aₙ
- Variablen
- Alle Komponenten müssen funktionieren; Unabhängigkeit angenommen
- Beispiel
- Zwei notwendige Komponenten mit je 99,9 %: 0,999² ≈ 99,8001 %.
Redundante Parallelschaltung
A_gesamt = 1 - (1 - A₁) × (1 - A₂) × …
- Variablen
- Mindestens eine Komponente genügt; unabhängige Ausfälle angenommen
- Beispiel
- Zwei unabhängige Systeme mit je 99 %: 1 - 0,01² = 99,99 %.
Stolperfalle: Gemeinsame Fehlerursachen können den rechnerischen Vorteil aufheben.
RTO und RPO
RTO = maximal tolerierte Wiederanlaufzeit | RPO = maximal tolerierter Datenverlust in Zeit
- Variablen
- RTO beeinflusst Wiederherstellungsverfahren, RPO die Sicherungsfrequenz
- Beispiel
- RPO 4 h bedeutet: höchstens vier Stunden Datenstand dürfen verloren gehen.
IT-Sicherheit und Risiko
Risiken bewerten und Größenordnungen bei Zugangsdaten einordnen.
Risikowert
Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit × Schadensausmaß
- Variablen
- Beide Skalen müssen vorab definiert und konsistent verwendet werden
- Beispiel
- Wahrscheinlichkeit 3 von 5 × Schaden 4 von 5 = Risikowert 12 von 25.
Stolperfalle: Ein Risikowert ist nur innerhalb desselben Bewertungsmodells vergleichbar.
Annualisierte Verlustgröße
SLE = Anlagenwert × Schadensfaktor | ALE = SLE × jährliche Eintrittsrate
- Variablen
- SLE = Verlust je Ereignis, ALE = erwarteter Jahresverlust
- Beispiel
- 50.000 € × 40 % = 20.000 € SLE; bei 0,2 Ereignissen/Jahr = 4.000 € ALE.
Idealisierte Passwortentropie
H = L × log₂(N)
- Variablen
- L = Länge, N = gleichwahrscheinlich zufällig verwendete Zeichen
- Beispiel
- 12 zufällige Zeichen aus 62 Zeichen: H ≈ 71,5 Bit.
Stolperfalle: Für menschlich gewählte Passwörter überschätzt diese Formel die tatsächliche Stärke häufig deutlich.
Brute-Force-Zeit
Maximalzeit = Suchraum / Versuche je Sekunde; Erwartungswert idealisiert ≈ Hälfte
- Variablen
- Online-Schutzmaßnahmen und langsame Passwort-Hashes verändern die Rate stark
- Beispiel
- 2⁴⁰ Möglichkeiten bei 10⁶ Versuchen/s: maximal rund 12,7 Tage.
Daten, Kapazität und Projektplanung
Datenvolumen, Aufwand und Reserven transparent dimensionieren.
Datenvolumen von Datensätzen
Volumen ≈ Datensatzanzahl × mittlere Datensatzgröße
- Variablen
- Indizes, Metadaten, Replikation und Wachstum zusätzlich berücksichtigen
- Beispiel
- 5 Mio. Datensätze × 800 B ≈ 4 GB Rohdaten.
Kapazität mit Wachstum
Endwert = Anfangswert × (1 + Wachstumsrate)^Perioden
- Variablen
- Wachstumsrate als Dezimalzahl
- Beispiel
- 10 TB bei 20 % jährlich über 3 Jahre: 10 × 1,2³ = 17,28 TB.
Aufwand und Dauer
Aufwand = Personen × Zeit | Dauer = Aufwand / verfügbare Personen
- Variablen
- Nur bei sinnvoll parallelisierbaren Tätigkeiten
- Beispiel
- 40 Personenstunden bei zwei voll verfügbaren Personen: idealisiert 20 Stunden Dauer.
Auslastung
Auslastung = belegte Kapazität / Gesamtkapazität × 100 %
- Variablen
- Kapazitätsart und Zeitraum eindeutig angeben
- Beispiel
- 6 TB von 8 TB belegt = 75 %.
Stolperfalle: Technische Reserve und Wachstum nicht bis 100 % verplanen.
Prüfungsergebnis und Plausibilitätskontrolle
Gewichtete Ergebnisse korrekt berechnen und Lösungen prüfen.
Gewichtetes Gesamtergebnis
Gesamtpunkte = Σ(Einzelpunkte × Gewicht)
- Variablen
- Gewichte als Dezimalzahlen; Summe der Gewichte muss 1 ergeben
- Beispiel
- 80 Punkte × 0,20 + 70 × 0,50 + 60 × 0,10 + 75 × 0,10 + 65 × 0,10 = 71 Punkte.
Einheiten- und Größenkontrolle
Einheiten kürzen, Ergebnisdimension prüfen, Größenordnung überschlagen
- Variablen
- Rechenweg mit Einheit in jeder Zeile dokumentieren
- Beispiel
- Byte ÷ Byte/s muss Sekunden ergeben; ein Prozentwert muss zur Bezugsgröße passen.
Stolperfalle: Ein rechnerisch ausgegebener Wert ist ohne passende Einheit und Bezugsbasis nicht vollständig.
Plausibilitätskontrolle
Gewichtung der FISI-Abschlussprüfung
Die Gewichtung dient nur zum Nachrechnen eines Gesamtergebnisses. Verbindlich bleibt die geltende Prüfungsordnung.
Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes
Planen und Umsetzen eines Projektes der Systemintegration
Konzeption und Administration von IT-Systemen
Analyse und Entwicklung von Netzwerken
Wirtschafts- und Sozialkunde
Abgrenzung und Nachweise
Grundlagen der Überarbeitung
Die bereitgestellte PDF diente als Arbeitsgrundlage. Texte, Struktur, Beispiele und Ergänzungen wurden für diese Lernhilfe neu aufgebaut.
- Fachinformatikerausbildungsverordnung (FIAusbV)Prüfungsbereiche, Kompetenzen, Gewichtung und Bestehensregeln
- KMK-Rahmenlehrplan FachinformatikerLernfelder LF01 bis LF12 und fachrichtungsspezifische Zuordnung
- RFC 3021 - 31-Bit Prefixes on IPv4 Point-to-Point LinksSonderfall IPv4 /31
- RFC 4291 - IPv6 Addressing ArchitectureIPv6-Adresslänge, Präfixnotation und Adresstypen
- NIST - Prefixes for binary multiplesAbgrenzung SI- und IEC-Präfixe