DAA IT-Umschulung
Am Schülerprojekt mitarbeiten

Du möchtest an diesem Portal mitarbeiten, eigene Ideen einbringen oder bestehende Funktionen verbessern? Dann melde dich bei Steve oder Nils.

Perfekte Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wichtig sind sorgfältiges Arbeiten, Lernbereitschaft und ein verantwortungsvoller Umgang mit dem System.

Hilfreiche Kenntnisse

  • Grundlagen in HTML und CSS
  • erste Erfahrungen mit JavaScript
  • für erweiterte Arbeiten: PHP, Twig und Grav CMS
  • Grundlagen in Linux, SSH und Dateiberechtigungen
  • Verständnis für Webserver, Netzwerke und IT-Sicherheit
  • saubere Dokumentation und nachvollziehbare Tests

Das ist nicht erlaubt

  • Änderungen ohne vorherige Absprache oder ungesichert direkt am laufenden System
  • Weitergabe von Passwörtern, Zugangsdaten oder Sicherheitsschlüsseln
  • Umgehung von Benutzerrechten oder Zugriffsbeschränkungen
  • eigenständige Änderungen an Proxmox, Containern, Netzwerk oder Firewall
  • Installation zusätzlicher Dienste oder Öffnung neuer Ports ohne Freigabe
  • Löschen oder Verändern fremder Inhalte, Benutzerkonten oder Backups
  • Einbau von Trackern, Werbung oder externen Skripten ohne Prüfung
  • Hochladen personenbezogener, rechtswidriger oder urheberrechtlich nicht freigegebener Inhalte
  • Nutzung des Portals für Angriffe, Portscans oder andere unerlaubte Sicherheitstests

Alle Beiträge müssen zum Lern- und Projektzweck passen. Sicherheit, Datenschutz und Stabilität haben Vorrang.

Ubuntu Server – Installationsanleitung
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Ubuntu Server – Installationsanleitung

Diese Anleitung beschreibt die Installation und grundlegende Absicherung eines Ubuntu-Servers. Sie richtet sich an Einsteigerinnen und Einsteiger in der Fachinformatiker-Umschulung.

Aktueller Stand: Für produktive Systeme wird die aktuelle Ubuntu-Server-LTS-Version empfohlen. Im Juli 2026 ist das Ubuntu Server 24.04.4 LTS.

Benötigte Dateien und Werkzeuge

Achtung: Beim Erstellen des Installationsmediums wird der ausgewählte USB-Stick vollständig gelöscht.

1. Installation vorbereiten

ISO herunterladen

Lade das aktuelle Ubuntu-Server-LTS-Abbild ausschließlich von der offiziellen Ubuntu-Webseite oder aus unserem geprüften Downloadbereich herunter.

Bootfähigen USB-Stick erstellen

Unter Windows kann das ISO-Abbild beispielsweise mit Rufus oder balenaEtcher auf einen USB-Stick geschrieben werden.

Bei Rufus:

  1. Das richtige USB-Laufwerk auswählen.
  2. Das Ubuntu-Server-ISO auswählen.
  3. Die vorgeschlagenen Einstellungen prüfen.
  4. Den Schreibvorgang starten.

Bei balenaEtcher:

  1. Flash from file auswählen.
  2. Das ISO-Abbild auswählen.
  3. Den richtigen USB-Stick auswählen.
  4. Flash starten.

2. Ubuntu Server installieren

Vom USB-Stick starten

Öffne beim Start des Rechners das Bootmenü und wähle den USB-Stick aus. Je nach Hersteller wird das Bootmenü häufig mit F12, F11, F2, Esc oder Entf geöffnet.

Sprache und Tastatur auswählen

Wähle die gewünschte Sprache und das passende Tastaturlayout aus. Kontrolliere besonders die Belegung von Z, Y und Sonderzeichen.

Netzwerk konfigurieren

Ist im Netzwerk DHCP vorhanden, erhält der Server normalerweise automatisch eine IP-Adresse. Eine statische Adresse kann während der Installation oder später mit Netplan eingerichtet werden.

Datenträger einrichten

Für Übungsinstallationen eignet sich die geführte Einrichtung mit LVM. Prüfe vor dem Bestätigen genau, welcher Datenträger überschrieben wird.

Achtung: Die ausgewählte Festplatte kann während der Installation vollständig gelöscht werden.

Benutzerkonto anlegen

Erstelle ein persönliches Benutzerkonto. Für die tägliche Arbeit wird kein direkter Root-Login benötigt; administrative Befehle werden später mit sudo ausgeführt.

Verwende ein langes, einzigartiges Kennwort und notiere es nicht offen am Arbeitsplatz.

OpenSSH installieren

Aktiviere während der Installation unter SSH Setup die Option Install OpenSSH server, wenn der Server später aus der Ferne administriert werden soll.

Importiere einen öffentlichen SSH-Schlüssel, wenn der Installer diese Möglichkeit anbietet. Kennwortanmeldung sollte erst deaktiviert werden, nachdem die Schlüsselanmeldung erfolgreich getestet wurde.

Installation abschließen

Entferne nach Abschluss der Installation den USB-Stick und starte das System neu. Melde dich anschließend mit dem angelegten Benutzerkonto an.

3. Basiskonfiguration

System aktualisieren

sudo apt update
sudo apt upgrade

Starte den Server neu, wenn Kernel- oder wichtige Systemkomponenten aktualisiert wurden:

sudo reboot

Hostnamen setzen

sudo hostnamectl set-hostname ubuntu-server
hostnamectl

Passe ubuntu-server an den vorgesehenen Namen des Systems an.

Netzwerk prüfen

ip address
ip route
resolvectl status

Statische IP-Adresse mit Netplan

Zeige zuerst die vorhandenen Netplan-Dateien und den tatsächlichen Namen der Netzwerkschnittstelle an:

ls -l /etc/netplan/
ip link

Bearbeite anschließend die vorhandene YAML-Datei in /etc/netplan/. Der Dateiname und die Schnittstelle können von diesem Beispiel abweichen:

network:
  version: 2
  ethernets:
    enp0s3:
      dhcp4: false
      addresses:
        - 192.168.1.100/24
      routes:
        - to: default
          via: 192.168.1.1
      nameservers:
        addresses:
          - 192.168.1.1
          - 9.9.9.9

Teste die Konfiguration vor der dauerhaften Übernahme:

sudo netplan generate
sudo netplan try

Wichtig: IP-Adresse, Gateway, DNS-Server, Präfix und Schnittstellenname müssen zum eigenen Netzwerk passen. Bei einer SSH-Verbindung kann eine fehlerhafte Netzwerkkonfiguration die Verbindung unterbrechen.

4. Firewall konfigurieren

Prüfe zunächst die vorhandenen Anwendungsprofile:

sudo ufw app list

Erlaube SSH möglichst nur aus dem eigenen Verwaltungsnetz. Das folgende Beispiel muss an das tatsächliche Netz angepasst werden:

sudo ufw allow from 192.168.1.0/24 to any port 22 proto tcp
sudo ufw enable
sudo ufw status verbose

Achtung: Aktiviere die Firewall bei einer Fernverbindung erst, nachdem eine passende SSH-Regel angelegt wurde.

5. Samba-Dateiserver sicher einrichten

Die folgende Konfiguration verwendet Benutzeranmeldung und Gruppenrechte. Sie verzichtet bewusst auf Gastzugriff und weltweite Schreibrechte.

Samba installieren

sudo apt update
sudo apt install samba

Gruppe und Freigabeordner erstellen

sudo groupadd -f sambashare
sudo mkdir -p /srv/samba/share
sudo chown root:sambashare /srv/samba/share
sudo chmod 2770 /srv/samba/share

Füge den gewünschten vorhandenen Linux-Benutzer zur Gruppe hinzu:

sudo usermod -aG sambashare BENUTZERNAME

Ersetze BENUTZERNAME durch das tatsächliche Benutzerkonto. Die neue Gruppenmitgliedschaft gilt spätestens nach einer erneuten Anmeldung.

Samba-Kennwort anlegen

sudo smbpasswd -a BENUTZERNAME

Der Benutzer muss bereits als Linux-Benutzer vorhanden sein.

Samba konfigurieren

Sichere zuerst die vorhandene Konfiguration:

sudo cp /etc/samba/smb.conf /etc/samba/smb.conf.backup
sudo nano /etc/samba/smb.conf

Füge am Ende der Datei folgende Freigabe ein:

[Share]
   comment = Geschützte Kursfreigabe
   path = /srv/samba/share
   browseable = yes
   read only = no
   guest ok = no
   valid users = @sambashare
   force group = sambashare
   create mask = 0660
   directory mask = 2770

Prüfe die Konfiguration, bevor Samba neu geladen wird:

sudo testparm
sudo systemctl restart smbd
sudo systemctl enable smbd
sudo systemctl status smbd --no-pager

Samba in UFW freigeben

Erlaube Samba nur aus dem benötigten lokalen Netz:

sudo ufw allow from 192.168.1.0/24 to any app Samba
sudo ufw status verbose

Passe 192.168.1.0/24 an das tatsächliche Netzwerk an.

Freigabe unter Windows öffnen

Öffne im Windows-Explorer:

\\SERVER-IP\Share

Melde dich mit dem angelegten Samba-Benutzer an.

6. Nützliche Befehle

Befehl Beschreibung
sudo apt update Paketlisten aktualisieren
sudo apt upgrade Installierte Pakete aktualisieren
ip address Netzwerkschnittstellen und IP-Adressen anzeigen
ip route Routingtabelle und Standardgateway anzeigen
df -h Belegten und freien Speicherplatz anzeigen
free -h Arbeitsspeicher anzeigen
sudo systemctl status ssh Status des SSH-Dienstes prüfen
sudo systemctl status smbd Status des Samba-Dienstes prüfen
sudo ss -tulpn Lauschende Netzwerkdienste anzeigen
sudo ufw status verbose Firewallstatus und Regeln anzeigen

7. Häufige Probleme

Keine Netzwerkverbindung

ip address
ip route
resolvectl status
sudo netplan generate

Prüfe außerdem Netzwerkkabel, virtuelle Netzwerkkarte, VLAN, Gateway, DNS-Einstellungen und die Netplan-YAML-Datei.

SSH-Verbindung wird verweigert

sudo systemctl status ssh --no-pager
sudo ss -tulpn | grep ':22'
sudo ufw status verbose

Samba-Freigabe ist nicht erreichbar

sudo testparm
sudo systemctl status smbd --no-pager
sudo smbstatus
sudo ufw status verbose

Prüfe zusätzlich, ob der Benutzer in der Gruppe sambashare und in der Samba-Benutzerdatenbank vorhanden ist:

id BENUTZERNAME
sudo pdbedit -L

Fertig

Der Ubuntu-Server ist nun installiert, aktualisiert und grundlegend abgesichert. Vor einem produktiven Einsatz sollten zusätzlich regelmäßige Sicherungen, Protokollkontrolle, Updateplanung und ein dokumentiertes Berechtigungskonzept eingerichtet werden.

Weiterführende Dokumentation