Ubuntu Server – Installationsanleitung
Diese Anleitung beschreibt die Installation und grundlegende Absicherung eines Ubuntu-Servers. Sie richtet sich an Einsteigerinnen und Einsteiger in der Fachinformatiker-Umschulung.
Aktueller Stand: Für produktive Systeme wird die aktuelle Ubuntu-Server-LTS-Version empfohlen. Im Juli 2026 ist das Ubuntu Server 24.04.4 LTS.
Benötigte Dateien und Werkzeuge
- Ubuntu Server herunterladen
- Bootfähiger USB-Stick mit mindestens 4 GB Speicherplatz
- Ein Schreibprogramm wie Rufus oder balenaEtcher
- Optional: Downloadbereich dieses Portals
Achtung: Beim Erstellen des Installationsmediums wird der ausgewählte USB-Stick vollständig gelöscht.
1. Installation vorbereiten
ISO herunterladen
Lade das aktuelle Ubuntu-Server-LTS-Abbild ausschließlich von der offiziellen Ubuntu-Webseite oder aus unserem geprüften Downloadbereich herunter.
Bootfähigen USB-Stick erstellen
Unter Windows kann das ISO-Abbild beispielsweise mit Rufus oder balenaEtcher auf einen USB-Stick geschrieben werden.
Bei Rufus:
- Das richtige USB-Laufwerk auswählen.
- Das Ubuntu-Server-ISO auswählen.
- Die vorgeschlagenen Einstellungen prüfen.
- Den Schreibvorgang starten.
Bei balenaEtcher:
- Flash from file auswählen.
- Das ISO-Abbild auswählen.
- Den richtigen USB-Stick auswählen.
- Flash starten.
2. Ubuntu Server installieren
Vom USB-Stick starten
Öffne beim Start des Rechners das Bootmenü und wähle den USB-Stick aus. Je nach Hersteller wird das Bootmenü häufig mit F12, F11, F2, Esc oder Entf geöffnet.
Sprache und Tastatur auswählen
Wähle die gewünschte Sprache und das passende Tastaturlayout aus. Kontrolliere besonders die Belegung von Z, Y und Sonderzeichen.
Netzwerk konfigurieren
Ist im Netzwerk DHCP vorhanden, erhält der Server normalerweise automatisch eine IP-Adresse. Eine statische Adresse kann während der Installation oder später mit Netplan eingerichtet werden.
Datenträger einrichten
Für Übungsinstallationen eignet sich die geführte Einrichtung mit LVM. Prüfe vor dem Bestätigen genau, welcher Datenträger überschrieben wird.
Achtung: Die ausgewählte Festplatte kann während der Installation vollständig gelöscht werden.
Benutzerkonto anlegen
Erstelle ein persönliches Benutzerkonto. Für die tägliche Arbeit wird kein direkter Root-Login benötigt; administrative Befehle werden später mit sudo ausgeführt.
Verwende ein langes, einzigartiges Kennwort und notiere es nicht offen am Arbeitsplatz.
OpenSSH installieren
Aktiviere während der Installation unter SSH Setup die Option Install OpenSSH server, wenn der Server später aus der Ferne administriert werden soll.
Importiere einen öffentlichen SSH-Schlüssel, wenn der Installer diese Möglichkeit anbietet. Kennwortanmeldung sollte erst deaktiviert werden, nachdem die Schlüsselanmeldung erfolgreich getestet wurde.
Installation abschließen
Entferne nach Abschluss der Installation den USB-Stick und starte das System neu. Melde dich anschließend mit dem angelegten Benutzerkonto an.
3. Basiskonfiguration
System aktualisieren
sudo apt update
sudo apt upgrade
Starte den Server neu, wenn Kernel- oder wichtige Systemkomponenten aktualisiert wurden:
sudo reboot
Hostnamen setzen
sudo hostnamectl set-hostname ubuntu-server
hostnamectl
Passe ubuntu-server an den vorgesehenen Namen des Systems an.
Netzwerk prüfen
ip address
ip route
resolvectl status
Statische IP-Adresse mit Netplan
Zeige zuerst die vorhandenen Netplan-Dateien und den tatsächlichen Namen der Netzwerkschnittstelle an:
ls -l /etc/netplan/
ip link
Bearbeite anschließend die vorhandene YAML-Datei in /etc/netplan/. Der Dateiname und die Schnittstelle können von diesem Beispiel abweichen:
network:
version: 2
ethernets:
enp0s3:
dhcp4: false
addresses:
- 192.168.1.100/24
routes:
- to: default
via: 192.168.1.1
nameservers:
addresses:
- 192.168.1.1
- 9.9.9.9
Teste die Konfiguration vor der dauerhaften Übernahme:
sudo netplan generate
sudo netplan try
Wichtig: IP-Adresse, Gateway, DNS-Server, Präfix und Schnittstellenname müssen zum eigenen Netzwerk passen. Bei einer SSH-Verbindung kann eine fehlerhafte Netzwerkkonfiguration die Verbindung unterbrechen.
4. Firewall konfigurieren
Prüfe zunächst die vorhandenen Anwendungsprofile:
sudo ufw app list
Erlaube SSH möglichst nur aus dem eigenen Verwaltungsnetz. Das folgende Beispiel muss an das tatsächliche Netz angepasst werden:
sudo ufw allow from 192.168.1.0/24 to any port 22 proto tcp
sudo ufw enable
sudo ufw status verbose
Achtung: Aktiviere die Firewall bei einer Fernverbindung erst, nachdem eine passende SSH-Regel angelegt wurde.
5. Samba-Dateiserver sicher einrichten
Die folgende Konfiguration verwendet Benutzeranmeldung und Gruppenrechte. Sie verzichtet bewusst auf Gastzugriff und weltweite Schreibrechte.
Samba installieren
sudo apt update
sudo apt install samba
Gruppe und Freigabeordner erstellen
sudo groupadd -f sambashare
sudo mkdir -p /srv/samba/share
sudo chown root:sambashare /srv/samba/share
sudo chmod 2770 /srv/samba/share
Füge den gewünschten vorhandenen Linux-Benutzer zur Gruppe hinzu:
sudo usermod -aG sambashare BENUTZERNAME
Ersetze BENUTZERNAME durch das tatsächliche Benutzerkonto. Die neue Gruppenmitgliedschaft gilt spätestens nach einer erneuten Anmeldung.
Samba-Kennwort anlegen
sudo smbpasswd -a BENUTZERNAME
Der Benutzer muss bereits als Linux-Benutzer vorhanden sein.
Samba konfigurieren
Sichere zuerst die vorhandene Konfiguration:
sudo cp /etc/samba/smb.conf /etc/samba/smb.conf.backup
sudo nano /etc/samba/smb.conf
Füge am Ende der Datei folgende Freigabe ein:
[Share]
comment = Geschützte Kursfreigabe
path = /srv/samba/share
browseable = yes
read only = no
guest ok = no
valid users = @sambashare
force group = sambashare
create mask = 0660
directory mask = 2770
Prüfe die Konfiguration, bevor Samba neu geladen wird:
sudo testparm
sudo systemctl restart smbd
sudo systemctl enable smbd
sudo systemctl status smbd --no-pager
Samba in UFW freigeben
Erlaube Samba nur aus dem benötigten lokalen Netz:
sudo ufw allow from 192.168.1.0/24 to any app Samba
sudo ufw status verbose
Passe 192.168.1.0/24 an das tatsächliche Netzwerk an.
Freigabe unter Windows öffnen
Öffne im Windows-Explorer:
\\SERVER-IP\Share
Melde dich mit dem angelegten Samba-Benutzer an.
6. Nützliche Befehle
| Befehl | Beschreibung |
|---|---|
sudo apt update |
Paketlisten aktualisieren |
sudo apt upgrade |
Installierte Pakete aktualisieren |
ip address |
Netzwerkschnittstellen und IP-Adressen anzeigen |
ip route |
Routingtabelle und Standardgateway anzeigen |
df -h |
Belegten und freien Speicherplatz anzeigen |
free -h |
Arbeitsspeicher anzeigen |
sudo systemctl status ssh |
Status des SSH-Dienstes prüfen |
sudo systemctl status smbd |
Status des Samba-Dienstes prüfen |
sudo ss -tulpn |
Lauschende Netzwerkdienste anzeigen |
sudo ufw status verbose |
Firewallstatus und Regeln anzeigen |
7. Häufige Probleme
Keine Netzwerkverbindung
ip address
ip route
resolvectl status
sudo netplan generate
Prüfe außerdem Netzwerkkabel, virtuelle Netzwerkkarte, VLAN, Gateway, DNS-Einstellungen und die Netplan-YAML-Datei.
SSH-Verbindung wird verweigert
sudo systemctl status ssh --no-pager
sudo ss -tulpn | grep ':22'
sudo ufw status verbose
Samba-Freigabe ist nicht erreichbar
sudo testparm
sudo systemctl status smbd --no-pager
sudo smbstatus
sudo ufw status verbose
Prüfe zusätzlich, ob der Benutzer in der Gruppe sambashare und in der Samba-Benutzerdatenbank vorhanden ist:
id BENUTZERNAME
sudo pdbedit -L
Fertig
Der Ubuntu-Server ist nun installiert, aktualisiert und grundlegend abgesichert. Vor einem produktiven Einsatz sollten zusätzlich regelmäßige Sicherungen, Protokollkontrolle, Updateplanung und ein dokumentiertes Berechtigungskonzept eingerichtet werden.